Warum mit Zinsanlagen und hoher Cashquote kein Geld verdient werden kann und wie Sie es besser machen.

Gestern habe ich Ihnen an dieser Stelle geschrieben, dass es im Börsenjahr 2018 nahezu bei allen Anlageklassen rote Vorzeichen gab und Ihnen eine Performanceübersicht über verschiedene Anlageklassen gegeben. Die Kurzzusammenfassung: Im vergangenen Jahr war mit fast keiner Anlageklasse Geld zu verdienen.

Abschließend habe ich Ihnen angekündigt, dass Sie heute erfahren werden, wie Sie (sehr wahrscheinlich) im Börsenjahr 2019 Geld verdienen und womit Sie mit Sicherheit kein Geld verdienen. Zunächst möchte ich Ihnen aber noch erläutern, warum es im Jahr 2018 auf breiter Front rote Vorzeichen gab.

Hohe Liquiditätsabflüsse

Im vergangenen Jahr verzeichneten Fonds große Mittelabflüsse. Auch aus Einzelaktien zogen sich Anleger im großen Stil zurück. Die Anleger haben auf diese Weise die Kurse verschiedener Anlageklassen purzeln lassen und die Liquiditätsquote in ihren Depots deutlich nach oben gefahren bzw. Geld in als sicher geltende Anleihen umgeschichtet.

Die Fondsstatistik des Branchenverbands BVI spricht eine klare Sprache: Aktienfonds verzeichneten in Deutschland zuletzt erhebliche Mittelabflüsse. Bereits im Oktober verzeichneten Aktienfonds in Deutschland Nettoabflüsse von 1,75 Mrd. Euro.

Diejenigen, die statt auf Aktien auf Anleihen oder auf Cash setzen, vermeiden so zwar das Risiko größerer Verluste, berauben sich aber auch der Möglichkeit, mit Aktien Kursgewinne einzufahren und teils üppige Dividenden zu kassieren.

Kurzum: Wer auf flüssige Mittel und auf Anlagen mit mickrigen Zinsen setzt, verliert sicher (mehr dazu gleich). Wer auf Aktien setzt, wird in diesem Jahr mit recht großer Wahrscheinlichkeit Geld verdienen.

Mit Aktienfonds können Privatanleger überdurchschnittliche Renditen erzielen. Welche Risiken müssen Sie dabei in Kauf nehmen? 

Kommen wir nun zu dem Punkt, warum diejenigen, die auf mickrige Zinsen oder auf Liquidität setzen, schlussendlich verlieren: Das liegt daran, dass die Inflation deutlich höher ist als die Renditen, die sich auf Tages- und Festgeldkonten sowie mit als sicher geltenden Staatsanleihen einfahren lassen.

Unter dem Strich verlieren Sie also an Kaufkraft, wenn Sie auf diese Sparformen setzen. Dieses Phänomen wird als finanzielle Repression bezeichnet.

So drastisch sind die Folgen der finanziellen Repression

Wie drastisch die Folgen für Sparer sind, hat vor einiger Zeit Thomas Mayer, Ex-Chefvolkswirt der Deutschen Bank und seit einigen Jahren für den Vermögensverwalter Flossbach von Storch tätig, vorgerechnet. Bei einem Zinssatz von 0% und einer Inflation von 3% pro Jahr, erleiden Sparer nach 20 Jahren einen Kaufkraftverlust von über 50%.

Das bedeutet: Das Geld liegt noch auf dem Konto, aber der Sparer kann dafür nach 20 Jahren nur noch die Hälfte der Waren und Dienstleistungen von seinem Geld erwerben und bekommt somit zukünftig sehr viel weniger für sein Geld als heute.

Daher lautet meine Empfehlung: Meiden Sie Sparformen, die Renditen unterhalb der Inflationsrate abwerfen. Die gute Nachricht: Sie haben als Privatanleger die Wahlfreiheit.

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2019-01-10T18:26:18+00:00Beiträge, Morriens Schlussgong, Rolf Morrien|