Wenn Aktien an der Börse unter Druck geraten, gibt es dafür mehrere mögliche Gründe.

So können Aktien beispielsweise deshalb unter Druck geraten, weil der gesamte Aktienmarkt angeschlagen ist.

Dann hat eine schlechte Kursentwicklung oftmals wenig mit einer schlechten Geschäftsentwicklung der dahinter stehenden Unternehmen zu tun.

Aktien können aber auch unter Druck geraten, weil die Unternehmen, die hinter den Aktien stehen, operative Schwierigkeiten haben. Dann gilt es zu unterscheiden:

Firmen haben unterschiedliche Probleme

Haben die Unternehmen nachhaltige Schwierigkeiten, weil beispielsweise das Geschäftsmodell in Gefahr ist oder eine ganze Branche vor einem größeren Wandel steht, der mit tiefen Einschnitten verbunden ist?

In solchen Fällen ist nicht oder zumindest nicht zeitnah mit einer Erholung dieser Titel zu rechnen.

Ganz anders sieht es aus, wenn die Probleme vorübergehender Natur sind.

Wenn beispielsweise bei Unternehmen, deren Geschäftsmodell sehr projektlastig ist, ein verlorener Großauftrag für eine vorübergehende Umsatz- und Ertragsschwäche sorgt.

Dann sackt zwar teilweise der Aktienkurs deutlich ab, steigt jedoch später genauso stark wieder an wie er zuvor gefallen ist, sofern klar wird, dass die Probleme tatsächlich nicht dauerhaft sind.

Wenn eine Aktie einen Turnaround hinlegt, regnet es Gewinne

Solche „gefallenen Engel“ bringen Ihnen oftmals besonders hohe Renditen, wenn die Trendwende (Turnaround) gelingt.

Dafür gibt es zahlreiche Beispiele in der Börsenlandschaft: So erinnern sich sicher noch einige von Ihnen an den Absturz des DAX-Unternehmens Infineon. Die Infineon- Aktie stürzte von 83 € auf 35,5 Cent ab, um dann bis heute wieder um rund 5.000% zuzulegen.

Ein noch prominenteres Beispiel ist der Absturz und die anschließende Wiedergeburt des US-amerikanischen Technologiekonzerns Apple.

Die Apple-Aktie kostete im Jahr 2000 rund 5 USD und stürzte im Jahr 2002 auf unter 1 Dollar ab. Heute kostet die Apple-Aktie über 160 USD. Das bedeutet: Von 2002 bis heute legte die Apple-Aktie um beinahe unvorstellbare 16.000% zu.

Weiteres Beispiel: Die Vorzugsaktie von Fuchs Petrolub notierte im Jahr 2007 bei rund 12,50 € und stürzte im Frühjahr 2009 auf 4 € ab. Heute notiert die Aktie bei rund 49 €. Das bedeutet ein Plus von mehr als 1.100% in gerade einmal 10 Jahren.

Fazit: Manchmal wird Geduld an der Börse belohnt

Turnaround-Aktien können also einen wahren Kursschub zeigen, sofern die Unternehmen es schaffen, sich zu berappeln. Darum kann es manchmal sehr lohnenswert sein, an einer gefallenen Aktie festzuhalten.

Immerhin: Wenn der Absturz bereits passiert ist, realisieren Sie bei einem Verkauf einfach nur Verluste.

Das Abwarten, ob sich das Unternehmen und damit der Wer erholt, ist manchmal vielleicht die bessere Alternative.

12. Februar 2018

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2018-02-12T10:36:23+00:00 Kategorien: Beiträge, Morriens Schlussgong, Rolf Morrien|