Von Mick Knauff 11. Februar 2019

Während wir hier in Deutschland mit „Dieselgate“ unsere eigene Automobilindustrie „heruntersauen“, schlecht machen und überhaupt an das Gütesiegel „Made in Germany“ nicht mehr glauben, scheint das in Fernost – speziell in China – niemanden zu interessieren.

Ganz im Gegenteil! Die Chinesen lieben die deutsche Automobilkultur, die Ingenieurskunst und vor allem Autos von BMW, Daimler und ganz besonders von Volkswagen.

Ja meine lieben Leser, wie aktuell in einer Studie von Ernst & Young bescheinigt, haben die drei deutschen Autokonzerne Volkswagen, BMW und Daimler in China 2018 gut 5,5 Mio. Pkw verkauft und das obwohl der chinesische Automarkt um 4% zurückgegangen ist! Damit kamen die deutschen Hersteller nach 20 Jahren auf einen Marktanteil von knapp 24%.

Beachtlich oder Erschreckend?!

Während die Dauerpessimisten schon wieder Ängste und Befürchtungen hegen, dass die Abhängigkeit vom chinesischen Markt zu groß werden könnte, muss auch mal entgegengehalten werden, an WEN sonst wir unsere eigentlichen Vorzeigeunternehmen verkaufen und ausliefern sollen?

Hätte man andere, starke Käufermärkte, so würden Stuttgart, Wolfsburg und auch München sicher nicht jedes dritte Auto nach China liefern. Das ist aber nicht so! Also verkauft vor allem Volkswagen rund 40% seiner Fahrzeuge ins Land des Lächelns – zuletzt 4,2 Mio. Autos.

Im Reich der Mitte schlummert noch enormes Potenzial

Natürlich hängt hier auch viel von dem Ausgang des Handelsstreites zwischen den USA und China ab, aber wenn man bedenkt, dass auf 100 Einwohner im Land der untergehenden Sonne, gerade mal 14,5 Autos kommen und es bei uns auf 100 Einwohner schon stolze 56 Autos sind, dann scheint im Reich der Mitte doch noch enormes Potenzial zu liegen.

Die Telefónica-Deutschland-Aktie setzte ihre Abwärtsbewegung fort und musste am gestrigen Handelstag wieder Verluste verbuchen. Zum Börsenschluss am Donnerstag notierte das Papier des Telekommunikationsspezialisten bei einem Kurs von 3,02 €, ein Minus… 

Vor allem bei Käufern, die ein VW- oder BMW-Logo auf ihrem Fahrzeug haben wollen, ganz abgesehen von einem Stern, ist ein „Made in Germany“ dort noch heilig und ein Zeichen von Luxus und Qualität, während hier bei uns schon längst eine Übersättigung und Selbstverständlichkeit eingekehrt scheint.

Darum, meine Damen und Herren, um weiter international wachsen zu können, Arbeits- und Ausbildungsplätze zu garantieren und uns Aktionären eine Dividende ausschütten zu können, werden die deutschen Autobauer wohl auch in Zukunft den chinesischen Hunger nach deutscher Automobilkunst befriedigen – das nennt man dann übrigens freie Marktwirtschaft und länderübergreifenden Handel und das wünschen wir uns doch.

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