Von Mick Knauff 13. Mai 2019

Wer sich schon darüber gefreut hatte, dass es vielleicht zu einer schnellen Einigung der USA mit China im Handelsstreit kommen könnte, der hat sich ähnlich geirrt wie die Märkte, die einen Wegfall der Zölle anscheinend schon vollkommen eingepreist hatten.

Dementsprechend sackten die Indizes in Deutschland und den USA auch ordentlich ab.

Unser DAX verlor 2,8 Prozent und auch die US Börsen mussten auf Grund der Entscheidung ihres Präsidenten ordentlich Federn lassen, Dow und S&P 500 gaben dabei 2 Prozent nach, der Nasdaq Composite sogar 3 Prozent.

Ja, da hatte man die Rechnung ohne den Wirt – oder besser gesagt ohne den twitternden, polternden Donald Trump – gemacht, der wieder mal Fakten schaffte und

die Anhebung der Sonderabgaben auf Importe aus China im Wert von 200 Milliarden Dollar anordnete und somit die Zölle von bisher 10 auf 25 Prozent nach oben schob. Klar, dass die Regierung in Peking ihrerseits nicht lange fackelte und „notwendige Gegenmaßnahmen“ ankündigte.

Also alles wieder zurück auf „Los“ und weiterverhandeln – so die aktuelle Devise

Dabei ist es keinesfalls so, dass der US-Präsident NICHT davon ausgeht, dass es zwischen den beiden Großmächten noch zu einer Einigung kommt, nur dass es dem „Deal Maker“ zu langsam geht, er will endlich Ergebnisse!

Hat er doch auch in aller Kürze seine Steuerreform umgesetzt, alte Obama-Gesetze wieder gelöscht, wertvolle Dollars ins Land zurückgeholt und Arbeitsplätze geschaffen.

Dass es ihm gewaltig „stinkt“, dass die USA im vergangenen Jahr Waren im Wert von 120,3 Milliarden Dollar nach China exportierten, während sich die Importe von dort auf einen Wert von 539,5 Milliarden Dollar beschränkten, ist dabei sicherlich nicht neu.

Mittlerweile hat sich die Nation schon darauf eingestellt, dass es vornehmlich samstagmorgens Tweeds aus dem Weißen Haus hagelt, welche die Handelspolitik bestimmen und die Börsen das Fürchten lehren.

Nachdem es in den vergangenen Tagen wieder besser für Lanxess aussah, musste das Chemieunternehmen gestern im Tagesverlauf Verluste von 1,06 % hinnehmen. Die Aktie des Chemiespezialisten notierte zum Börsenschluss am Donnerstag… 

Vielleicht muss Trump auch bis zu seiner zweiten Amtszeit auf eine Einigung warten – von seiner Widerwahl geht er schon jetzt fest aus

Jetzt gilt es also abzuwarten, wie schnell China einlenkt ohne sein Gesicht zu verlieren oder ob Donald Trump tatsächlich warten muss, bis seine zweite Amtszeit beginnt, von der er natürlich fest ausgeht und schon angekündigt hat, dass es dann „teurer“ für China würde.

Das Trump in vielen Punkten dabei gar nicht einmal so unrecht hat, bekommt er von Volkswirten und internationale Beratern immer wieder testiert. Da Chinas unfaire Handelspraktiken – auch der Umgang mit geistigem Eigentum – mittlerweile zum Problem für viele Länder geworden sind.

Es dürfte an den Börsen also weiter holprig zugehen

Heißt aber für die Börsen, dass es weiterhin holprig zugehen wird, solange der „große Deal“ noch nicht vollzogen ist und man zudem darüber nachdenken muss, WER dann im Anschluss auf der Agenda des streitbaren US Präsidenten steht?! Könnte sein, dass dann wir Europäer dran sind, mit unserer Automobilindustrie. Und glauben Sie mir, das würde den DAX mit Werten wie BMW, VW, Daimler und Continental dann ordentlich unter Druck setzen.

Also denken Sie geehrte Leser und Leserinnen, an meine Warnung und meinen Rat – setzen Sie bitte Stopp-Kurse, um ihre schöne erzielte Performance vor den Stürmen der politischen Börsen abzusichern.

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