Beim Kauf von Fondsanteilen können Sie bares Geld sparen. Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie Sie sich den größten Kostenblock ersparen.

Gestern habe ich Ihnen an dieser Stelle erläutert, wie Sie mit Hilfe des Cost-Average-Effekts von Schwankungen an der Börse profitieren. Das geht am besten mit Aktien- und/oder Fondssparplänen.

Heute möchte ich Ihnen daran anknüpfend einige Tipps geben, wie Sie beim Kauf von Fondsanteilen bares Geld sparen können. Den größten Kostenblock (den Ausgabeaufschlag) können Sie fast vollständig vermeiden. Dazu gibt es die beiden folgenden Möglichkeiten:

Möglichkeit 1: Kauf über die Börse

Sie können den Ausgabeaufschlag bei vielen Fonds vermeiden, indem Sie (bzw. Ihre Depot-Bank) die Fondsanteile nicht über die Investmentgesellschaft (KAG), sondern über die Börse erwerben.

Sie müssen Ihrer Depot-Bank nur mitteilen, dass Sie den Fonds über die Börse kaufen möchten, oder, wenn Sie einen Online-Broker nutzen, den oft voreingestellten Handelsweg KAG (= Fondsgesellschaft) durch den gewünschten Börsenplatz ersetzen.

Im Ergebnis entfällt der Ausgabeaufschlag und Sie zahlen nur den sogenannten Spread, also die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis (entsteht beim Kauf über die Börse und liegt oft bei unter 1%). Der Fondskauf ist dann genau so einfach und günstig wie der Aktienkauf.

Es soll vorkommen, dass die Berater der Hausbanken diese Möglichkeit ausschließen, da ihnen dabei der Ausgabeaufschlag entgeht. In einem solchen Fall sollten Sie dennoch darauf bestehen, die Fondsanteile direkt über die Börse zu kaufen und Ihren Bankberater fragen, ob er Ihnen die Information, dass ein Kauf über die Börse nicht möglich sei, schriftlich gibt. Die meisten Bankberater entdecken dann plötzlich, dass ein Kauf über die Börse doch möglich ist.

Jahrelang boten Rentenfonds recht erfreuliche Renditen. Aber nun, da sich die Zinswende abzeichnet, scheint diese Phase beendet. 

Möglichkeit 2: Kauf über Fondsdiscounter

Sogenannte Fondsdiscounter bieten offene Investmentfonds mit einem reduzierten oder komplett entfallenden Ausgabeaufschlag an.

Sie treten hier zu klassischen Vertriebskanälen von offenen Investmentfonds (meist Filialbanken) über einen günstigeren Preis in Konkurrenz. Fondsdiscounter finanzieren sich, neben dem zum Teil verbleibenden Ausgabeaufschlag, über einen Anteil an den laufenden Verwaltungskosten des Fonds (also eine Bestandsprovision).

Die Bestandsprovision, die auch beim Erwerb von Fondsanteilen mit Ausgabeaufschlag regelmäßig dem Fondsvermögen entnommen wird, wird von der Fondsgesellschaft an den Vermittler (in diesem Fall der Fondsdiscounter) während der gesamten Investitionsphase ausgezahlt und stellt somit eine Vergütung der laufenden Betreuung des Kunden dar.

Diese Möglichkeit macht aus meiner Sicht speziell dann Sinn, wenn Sie regelmäßig in viele verschiedene Fonds investieren und auch bereit sind, ein extra Fonds-Depot bei einem Fondsdiscounter zu führen.

Neben den beiden gerade vorgestellten Möglichkeiten, den Ausgabeaufschlag ganz oder zumindest größtenteils zu vermeiden, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die weiteren anfallenden Kostenblöcke (wie zum Beispiel die Managementgebühren) zu reduzieren oder komplett zu sparen. Dazu erfahren Sie demnächst mehr.

Für heute gilt es festzuhalten, dass Sie sich den Ausgabeaufschlag und damit den größten Kostenblock beim Fondskauf in den meisten Fällen sparen können.

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