DAX

So funktioniert der Auf- und Abstieg

Kommen wir nun dazu, wie Auf- und Abstieg funktionieren: Ein Grund für den langfristigen Erfolg des DAX ist, dass die schwachen Unternehmen regelmäßig aussortiert werden.

Grundsätzlich gibt es zwei wichtige Kriterien, die über den Auf- oder Abstieg im DAX entscheiden. Dabei handelt es sich zum einen um den Börsenumsatz. Darunter wird der Wert der täglich über die Börse gehandelten
Aktien verstanden.

Zum anderen handelt es sich um die Streubesitz-Marktkapitalisierung. Diese drückt den Börsenwert des Unternehmens unter Berücksichtigung des Streubesitzes aus (Streubesitz = Aktien, die nicht einem festen Großaktionär gehören). Daneben gibt es jeweils vier Regeln für einen Auf- und Abstieg.

Rolf Morrien
Rolf MorrienChefanalyst Depot Brief, Power Depot

Ein Beitrag von Rolf Morrien

Fast-Entry: Der „schnelle“ Einstieg

Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach den beiden oben genannten Kriterien mindestens zu den 25 größten Unternehmen zählt. Aus dem DAX scheidet dann der Wert aus, welcher in mindestens einer Rangliste (Umsatz oder Börsenwert) schlechter als die Nr. 35 ist und die niedrigste Marktkapitalisierung aufweist.

Regular-Entry: Der „reguläre“ Einstieg

Ein Unternehmen wird auch dann neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 30 größten Unternehmen zählt und sofern ein Indexwert existiert, der nach mindestens einem Kriterium nicht mehr zu den 35 größten Unternehmen gehört.

Fast-Exit: Der „schnelle“ Ausstieg

Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien (Börsenumsatz oder Marktkapitalisierung) nicht mehr zu den 45 größten Unternehmen gehört, ein Nicht-Index-Wert aber bei der Marktkapitalisierung mindestens Rang 35 und beim Börsenumsatz mindestens Rang 45 erreicht.

Regular-Exit: Der „reguläre“ Ausstieg

Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien nicht mehr zu den 40 größten Unternehmen gehört, ein Nicht-Index-Wert aber in beiden Kriterien mindestens Rang 35 erreicht. Nachdem Sie erfahren haben, was über den Auf- und Abstieg entscheidet, kommen wir nun noch zu den Terminen, an denen die Zusammensetzungen überprüft werden.

Die Auf- und Abstiegstermine der deutschen Indizes

Einmal jährlich im September findet ein sogenannter odentlicher Anpassungstermin statt. Nur zu diesem Termin werden alle vier der oben genannten Auf- und Abstiegsregeln angewendet. An den außerordentlichen Anpassungsterminen im März, Juni und Dezember hingegen werden nur die Fast-Exit- und Fast-Entry-Regeln angewendet. Außerordentliche Aktualisierungen werden außerdem zum Beispiel im Fall von Insolvenzen eines Unternehmens vorgenommen. Zudem kann in Ausnahmefällen, wie zum Beispiel bei kurzfristig angekündigten Übernahmen oder signifikanten Veränderungen des Freefloat (Aktienstreubesitz), der Vorstand der Deutsche Börse AG in Abstimmung mit dem Arbeitskreis Aktienindizes von diesen Regeln abweichen.

Auswirkungen der Index-Anpassungen:

Erfolglose Unternehmen werden aussortiert, erfolgreiche Unternehmen steigen auf!

Index-Anpassungen sorgen u. a. dafür, dass erfolglose Unternehmen die großen Indizes verlassen müssen und aufstrebende Unternehmen nachrücken. Das ist einer der Gründe dafür, warum die Indizes trotz vorübergehender Turbulenzen langfristig immer steigen. Die „Bremsen“ werden entfernt.

Soweit die allgemeinen Auswirkungen. Doch was passiert mit den Aktien der einzelnen Unternehmen, die auf- oder abgestiegen sind? Häufig wirkt sich ein Aufstieg positiv auf die Aktien des Aufsteigers aus – ein Abstieg dagegen wirkt sich oftmals negativ auf die kurzfristige Wertentwicklung der Aktien der Absteiger aus. Hier gibt es allerdings auch Ausnahmen.

Der Hauptgrund: Sogenannte Indexfonds (Fonds, die komplette Indizes abdecken) müssen sich mit den Aktien der Aufsteiger eindecken und die Aktien der Absteiger verkaufen. Dadurch geraten die Aktien der Absteiger unter Druck und die Aktien der Aufsteiger entwickeln sich im Normalfall positiv.

Fundamentale Stärke wichtiger als Indexstatus

Da es aber weder pauschal so ist, dass die Aufsteiger sich in der Folge positiv entwickeln, noch so, dass die Absteiger sich in der Folge negativ entwickeln, sollten Sie auch nicht pauschal die Aufsteiger kaufen und die Absteiger verkaufen. Wichtig ist stets die Analyse der fundamentalen Stärke eines Unternehmens.

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