veröffentlicht: 05.02.2019  |  Lesedauer: 2 Minuten

Der Marktanteil von E-Autos in Europa ist nach wie vor verschwindend gering. Diesel-Absatz bricht ein, Benziner gefragt.

Aktuelle Zahlen zeigen: Zwar nimmt die Nachfrage nach E-Autos weiter zu, doch der große Durchbruch der E-Mobilität lässt weiter auf sich warten. Der große Gewinner im vergangenen Jahr war der Benzin-Motor. Gemäß aktueller Zahlen des europäischen Branchenverbands Acea legten die Neuzulassungen bei Benzinern im vergangenen Jahr um 12% zu.

Der Marktanteil stieg damit von 49 auf 55%. Das große Problem dabei: Die stärkere Nachfrage nach Benzinern wirkt sich massiv negativ auf den CO2-Ausstoß der Fahrzeugflotten der Hersteller aus. Das Erreichen der bis 2030 von der EU vorgegebenen CO2-Grenzwerte rückt damit in weite Ferne.

Der große Verlierer war, und das kommt wenig überraschend, der Diesel. Die Zahl der Neuzulassungen ging bei den Selbstzündern in den 5 größten europäischen Märkten im zurückliegenden Jahr um satte 19% zurück. Der Marktanteil schrumpfte damit in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien auf nur noch 37%.

So steht es in Europa um das E-Auto

Der Marktanteil der E-Autos legte in Europa im Jahr 2018 prozentual zwar deutlich zu. Allerdings lag der Marktanteil trotz des deutlichen Zuwachses nur bei 0,9%.

Auto-Experte Peter Fuß vom renommierten Beratungsunternehmen Ernst & Young (EY) glaubt zwar daran, dass der Marktanteil der E-Autos in den 5 größten Märkten Europas in diesem Jahr auf bis zu 2% ansteigt und sich damit gegebenenfalls mehr als verdoppelt. Der Durchbruch steht seines Erachtens aber weiter aus.

Meiner Meinung nach fehlt es vor allem weiterhin an bezahlbaren E-Autos und an einer vernünftigen Infrastruktur. Solange sich daran nichts ändert, werden auch Kauf-Prämien für E-Autos nichts daran ändern, dass diese Fahrzeuge auf absehbare Zeit keine ernsthafte Alternative zum KFZ mit Verbrennungsmotor sind.

Mit besonderer Spannung erwarte ich, wie das Problem mit der Ladeinfrastruktur gelöst werden soll. Die Politik erwartet, dass die Autobauer das Problem lösen, die Autobauer hingegen wollen das Problem nicht lösen. Zumindest nicht allein.

Meines Erachtens ein richtiger Ansatz. Schließlich hat vor einigen Jahrzehnten auch niemand von den Autobauern verlangt, dass sie Tankstellen bauen, an denen Autos mit Verbrennungsmotor mit Diesel oder Benzin befüllt werden können. Wie wäre es denn, wenn die Stromkonzerne die Infrastruktur aufbauen? Schließlich wollen die doch ihren Strom an die Besitzer von E-Autos verkaufen.

Sie sehen: Es gibt einige ungeklärte Probleme, für die ich alsbald leider auch keine Lösung sehe. Daher bleibe ich dabei, dass die E-Mobilität nicht die alleinige Lösung sein kann, wenn es darum geht, wie die Mobilität von morgen aussehen soll. Vielmehr ist sie aus meiner Sicht ein Teil der Lösung.

Alternative Wasserstoff

Wenn Sie den Schlussgong schon länger verfolgen, wissen Sie, dass ich nicht daran glaube, dass die Elektro-Mobilität allein die Lösung für alle Probleme ist, die Verbrennungsmotoren mit sich bringen.

Ich bin stattdessen überzeugt davon, dass wir einen vernünftigen Mobilitäts-Mix brauchen. Dazu gehören moderne Verbrennungsmotoren ebenso wie E-Autos und Fahrzeuge, die mit Wasserstoff angetrieben werden. Zeitnah werde ich hier an dieser Stelle die neuesten Entwicklungen zum Thema Wasserstoff für Sie zusammenfassen.

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