Die großen Zahltage stehen an. Allein die deutschen Unternehmen schütten in diesem Jahr Dividenden in Höhe von über 55 Mrd. Euro aus.

In den vergangenen Tagen habe ich Ihnen hier im Schlussgong einige internationale Dividenden-Champions vorgestellt. Das soll es allerdings noch lange nicht zum Thema Dividende gewesen sein. Da die Dividendensaison in Deutschland gerade so richtig Fahrt aufnimmt und uns noch eine Weile beschäftigen wird, werde ich auch noch weiter über das bei Ihnen so beliebte und gewinnträchtige Thema berichten.

Es gibt schließlich noch einige interessante Aspekte in dem Zusammenhang zu beleuchten. Dazu zählt beispielsweise das leidige Thema Steuern und hier vor allem die Vermeidung der Doppelbesteuerung ausländischer Dividenden. Dazu lesen Sie in der kommenden Woche mehr.

Heute geht es zunächst um den aktuellen Dividendenrekord in Deutschland und darum, wann in Deutschland die Dividenden ausgeschüttet werden. Hier gab es vor einiger Zeit eine Regeländerung.

55 Mrd. Euro Dividendenausschüttung

Die Unternehmen in Deutschland verdienen trotz der politischen Krisenherde (Brexit, Handelsstreit) prächtig und denken auch an ihre Aktionäre. Daher können jetzt die üppigen Gewinne, die 2018 erwirtschaftet wurden, großzügig verteilt werden.

Da noch nicht alle Dividenden-Vorschläge veröffentlicht wurden, gibt es noch einige Lücken. Aber schon jetzt ist klar, dass wir 2019 ein sehr gutes Dividendenjahr mit neuen Rekordausschüttungen in Deutschland erleben werden.

Die Höhe der Ausschüttung wird vom Management des Unternehmens vorgeschlagen und von den Aktionären auf der Hauptversammlung beschlossen. Je nach Aktiengattung (Vorzugs- oder Stammaktien) kann die Höhe der Ausschüttung variieren. Vorzugsaktien besitzen als Ausgleich für die Stimmrechtslosigkeit im Regelfall eine etwas höhere Dividende als Stammaktien.

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Neuerung beim Ausschüttungstermin

Seit 2017 gibt es beim Ausschüttungstermin eine Neuerung: Bis einschließlich 2016 wurde die Dividende bei deutschen Unternehmen am ersten Geschäftstag nach der Hauptversammlung ausgezahlt. Die neue Regel besagt, dass die Dividende erst am dritten Geschäftstag nach der Hauptversammlung ausgeschüttet wird (die Hauptversammlung kann theoretisch auch einen noch späteren Termin beschließen).

Beachten Sie: Der Aktienkurs wird nach der Hauptversammlung ex-Dividende gehandelt, also mit einem Dividendenabschlag. Bei Unternehmen mit sehr hohen Dividenden kann das mitunter zu einem kleinen Kursrutsch führen.

Eine Studie der französischen Bank Société Générale zeigt jedoch, dass sich ein Verkauf der Aktie kurz vor der Ausschüttung oft nicht lohnt. Der Kursabschlag wird in den meisten Fällen schnell wieder aufgeholt.

Steuerliche Behandlung von Dividenden

Steuerlich gesehen wurde das bekannte Halbeinkünfteverfahren für Dividenden mit der Einführung der sogenannten Abgeltungsteuer zum 1. Januar 2009 abgeschafft. Das bedeutet: Dividenden werden in voller Höhe mit 25% zzgl. Solidaritätszuschlag und evtl. auch Kirchensteuer belastet.

Die Bank zieht von der Dividende die Steuer ab und leitet diese automatisch an das Finanzamt weiter. Damit ist Ihre Steuerschuld abgegolten. Ein Werbungskostenabzug entfällt seit Januar 2009. Dafür bleibt jedem Anleger ein Sparer-Pauschbetrag in Höhe von 801 Euro (Ledige) bzw. 1.602 Euro (Ehepaare).

Bis zu dieser Höhe bleiben Dividenden und Zinsen für Sie steuerfrei. Bei ausländischen Dividenden kommt es regelmäßig zu einer doppelten Besteuerung. Diese kann jedoch in der Regel vermieden werden bzw. Sie können sich die zu viel gezahlte Steuer zurückholen. Wie das geht, erfahren Sie in der kommenden Woche hier im Schlussgong.

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