Die inhaltlichen Veränderungen bei DAX und Co. kommen nach bestimmten Regeln und zu bestimmten Zeitpunkten zustande.

Gestern haben Sie hier im Schlussgong erfahren, dass es in der deutschen Index-Landschaft (also bei DAX und Co.) demnächst wieder einige Änderungen gibt. Im Detail habe ich Ihnen von den Änderungen im MDax berichtet.

Heute sollen Sie noch die am 18. März in Kraft tretenden Änderungen im Nebenwerte-Index SDax kennenlernen. Wie gestern schon geschrieben, verlassen der Stahlkonzern Salzgitter und der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler den MDax und steigen in den SDax ab. Sie ersetzen dort die MDax-Aufsteiger Dialog Semiconductor und Knorr-Bremse.

Neu im SDax sind der Agrarkonzern BayWa, der Personalvermittler Amadeus FiRe, der Glasfaser-Spezialist Adva Optical und der Batteriehersteller Varta. Den SDax verlassen müssen dafür der Maschinenbauer DMG Mori, der Waggonvermieter VTG, das Biotech-Unternehmen Medigene und der Kabelfernseh- und Telekommunikationstechnik-Anbieter Tele Columbus.

Die SDax-Absteiger scheiden gemäß der Fast-Exit-Regel (zu der Sie gleich mehr erfahren) aus. Im DAX und im Technologie-Index TecDax stehen keine Änderungen an.

Die Auf- und Abstiegs-Kriterien

Zu manchen Überprüfungs-Terminen werden nur die Fast-Exit- bzw. die Fast-Entry-Regel angewandt. Das ist immer dann der Fall, wenn es sich bei dem Termin um einen außerordentlichen Anpassungs-Termin handelt. Nur jeweils zum ordentlichen Anpassungs-Termin im September jedes Jahres werden alle 4 Regeln angewandt.

Kommen wir jetzt zu den Anpassungs-Kriterien und -regeln. Grundsätzlich gibt es 2 Kriterien, die über den Auf- oder Abstieg im DAX entscheiden. Dabei handelt es sich um den Börsen-Umsatz (Wert der täglich gehandelten Aktien) und die Streubesitz-Marktkapitalisierung (Börsenwert des Unternehmens unter Berücksichtigung des Streubesitzes).

Die 4 Auf- und Abstiegsregeln

Es gibt 4 Regeln für einen Auf- und Abstieg. Diese möchte ich Ihnen in der Folge kurz vorstellen:

Nicht alles ändert sich so abrupt wie die Jahreszahl – mit diesen Entwicklungen müssen Anleger auch 2019 rechnen. 

Fast-Entry:

Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 25 größten Unternehmen zählt. Aus dem DAX scheidet dann jener Wert aus, welcher in mindestens einem der beiden Kriterien einen Rang schlechter als 35 (falls ein solcher existiert) ist und die niedrigste Marktkapitalisierung aufweist.

Regular-Entry:

Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 30 größten Unternehmen zählt. Außerdem muss ein Indexwert existieren, der nach mindestens einem Kriterium nicht mehr zu den 35 größten Konzernen zählt.

Fast-Exit:

Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien (Börsenumsatz oder Marktkapitalisierung) nicht mehr zu den 45 größten Unternehmen gehört.

Ein Nicht-Index-Wert muss aber gleichzeitig bei der Marktkapitalisierung mindestens Rang 35 und beim Börsenumsatz mindestens Rang 45 erreichen.

Regular-Exit:

Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien nicht mehr zu den 40 größten Konzernen gehört, ein Nicht-Index-Wert aber in beiden Kriterien mindestens Rang 35 erreicht.

Abschließend noch einmal meine Einschätzung bzgl. der Auswirkungen von Indexanpassungen: Da es weder pauschal so ist, dass sich die Aufsteiger in der Folge positiv entwickeln, noch so, dass die Absteiger sich in der Folge automatisch negativ entwickeln, sollten Sie auch nicht automatisch die Aufsteiger kaufen und die Absteiger verkaufen. Prüfen Sie stets auch die fundamentalen Daten der betroffenen Unternehmen!

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