Der US-amerikanische Getränkeriese Coca-Cola feierte in dieser Woche das 90-jährige Jubiläum am deutschen Markt und ist immer noch sehr erfolgreich.

Heute möchte ich Ihnen hier im Schlussgong einen internationalen Dividenden-Champion vorstellen, der ein echter Klassiker ist: Am 8. April 1929, und damit vor fast auf den Tag genau 90 Jahren, wurde in der Essener Vertriebsgesellschaft für Naturgetränke die erste Flasche Coca-Cola abgefüllt. Im ersten Jahr verkaufte das Unternehmen gerade mal 5.840 Kisten.

Aktuell, 90 Jahre später, ist die deutsche Firmen-Zentrale in Berlin, produziert wird aber noch immer im Ruhrgebiet. Heute liegen wir bei 100.000 Dosen und 36.800 Flaschen pro Stunde, sagt Ralf Schmalenbeck, Chef der Abfüllanlage in Dorsten.

Coca-Cola ist seit vielen Jahren schon der größte und erfolgreichste Getränkeproduzent der Welt. Das Unternehmen verkauft in über 200 Ländern seine Getränke und besitzt 17 Getränkemarken, die jeweils auf 1 Mrd. US-Dollar Jahresumsatz oder mehr kommen.

Während sich das Konsumverhalten in den etablierten Märkten wie Europa und Nordamerika zuletzt zulasten von Coca-Cola entwickelt hat, profitiert das Unternehmen davon, dass Menschen in den asiatischen Schwellenländern immer häufiger zu den Getränken des Konzerns aus Atlanta greifen.

Coca-Cola geht neue Wege

Coca-Cola kämpft gegen die Wachstumsschwäche im Kerngeschäft mit süßen Softdrinks an, indem das Unternehmen auf neue, vielversprechende Märkte setzt. Nachdem sich Coca-Cola vor einiger Zeit beim Kapselkaffeeanbieter Keurig Green Mountain eingekauft hatte, diese Beteiligung aber nach einem attraktiven Übernahmeangebot wieder verkauft hat, folgte nur kurze Zeit später der nächste Schritt.

Für 2,15 Mrd. US-Dollar erwarb Coca-Cola eine knapp 17%ige Beteiligung am Energydrink-Produzenten Monster. Ein Bestandteil des Coca-Cola-Deals mit Monster ist, dass Coca-Cola die eigenen Energydrink-Marken an Monster abgibt und im Gegenzug die Limonaden- und Mineralwassermarken von Monster erhält.

Die Bierproduktion sank 2016 zum 3. Mal in Folge. Von einer Krise kann aber nicht die Rede sein; Craft und alkoholfreie Biere legen stetig zu. 

Zusätzlich kooperieren beide Unternehmen bei Produktion, Marketing und Vertrieb. Das passt zur Strategie des Coca-Cola-Chefs, in neue, aussichtsreiche Segmente zu investieren. Strategisch ist sogar eine vollständige Übernahme von Monster denkbar.

Ein weiterer Schritt, um sich breiter aufzustellen, folgte im August des vergangenen Jahres. Für 5,1 Mrd. US-Dollar hat Coca-Cola das britische Unternehmen Costa Coffee übernommen. Es handelt sich dabei um die zweitgrößte Kaffeehauskette der Welt.

Der Mix aus einem einfachen und dauerhaft erfolgreichen Geschäftsmodell hat bereits vor mehreren Jahrzehnten einen berühmten Investor angelockt: Warren Buffett. 1988 hat Buffett das erste Aktienpaket im Wert von 1 Mrd. US-Dollar an Coca-Cola erworben. Das nächste Aktien-Paket folgte im Jahr 1994 im Wert von 300 Mio. US-Dollar.

Aktuell hält Buffett über Berkshire Hathaway 400 Mio. Aktien des Getränkeherstellers. Die Beteiligung an Coca-Cola ist derzeit die viertgrößte Position im Aktienportfolio von Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway.

57. Dividendenanhebung in Serie

Buffett liebt Coca-Cola unter anderem deshalb, weil das Unternehmen in schöner Regelmäßigkeit und seit mehreren Jahrzehnten immer wieder die Dividende angehoben hat. In diesem Jahr bereits zum 57. Mal in Serie.

Coca-Cola ist und bleibt ein internationaler Dividenden-Champion und passt in jede konservative Aktien-Auswahl. Daher lohnt sich auch für Sie der Blick auf dieses Unternehmen.

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