Wie Sie beim Kauf von Fondsanteilen und mit ETFs bares Geld sparen können

So sparen Sie eine Menge Geld

Immer wieder werde ich gefragt, wie sich beim Erwerb von Fondsanteilen die Kosten reduzieren lassen bzw. wie der Ausgabeaufschlag (der zumeist mit 5% zu Buche schlägt) vermeiden lässt.

Daher habe ich mich dazu entschlossen, Ihnen heute verschiedene Spar-Tipps im Zusammenhang mit dem Erwerb von Fondsanteilen vorzustellen.

Doch bevor ich mich den eigentlichen Spar-Tipps widme, möchte ich Ihnen zunächst aufzeigen, welche Kosten grundsätzlich in diesem Zusammenhang entstehen bzw. entstehen können.

Rolf Morrien
Rolf MorrienChefanalyst Depot Brief, Power Depot

Ein Beitrag von Rolf Morrien

Diese Kosten müssen Fondskäufer und Fondsbesitzer beachten

Die Kosten setzen sich wie folgt zusammen:

  • Ausgabeaufschlag
  • Verwaltungsgebühr der Investmentgesellschaft
  • gegebenenfalls erfolgsabhängige Vergütung
  • der Investmentgesellschaft
  • Depotbankgebühr

Bei der Festsetzung des Ausgabepreises für neue Fondsanteile rechnen die Investmentgesellschaften dem Anteilswert meist einen Ausgabeaufschlag hinzu. Der Aufschlag wird in Prozent des Anteilswertes berechnet.

Wenn also z. B. der Anteilswert 100 Euro ist und der Ausgabeaufschlag 3% beträgt, zahlen Sie als Anleger für einen Anteil 103 Euro. 100 Euro davon fließen in den Fonds und 3 Euro an die Investmentgesellschaft bzw. deren Vertrieb.

Häufig liegen die Ausgabeaufschläge von Aktienfonds bei 3 bis 6%, bei sogenannten Rentenfonds (es handet sich dabei um Fonds, die nicht in Aktien, sondern in Anleihen investieren) bei 1 bis 3%.

Die jährlichen Verwaltungsgebühren der Investmentgesellschaft liegen durchschnittlich bei 0,2 (bei Index-Fonds) bis 1,75% (bei aktiv geführten Fonds) pro Jahr. Diese berechnen sich aus dem Nettoinventarwert des Fonds und werden diesem automatisch entnommen.

Die jährlichen Managementgebühren von Indexfonds liegen deutlich unter den Kosten der aktiv geführten Fonds, da kein Analystenteam bezahlt werden muss. Bei einigen Fonds sehen die Anlagebedingungen neben der Verwaltungsvergütung zusätzlich Erfolgsvergütungen für die Manager vor.

Diese Erfolgsprämien erhält die Investmentgesellschaft aus dem Fondsvermögen allerdings nur, wenn festgelegte Ziele erreicht wurden, z. B. beim Übertreffen eines bestimmten Vergleichsmaßstabs (Benchmark).

In Deutschland ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die Vermögensgegenstände eines Fonds bei einer Depotbank hinterlegt werden müssen. Die Depotbank berechnet dem Fonds dafür eine jährliche Gebühr, deren Berechnung in den Anlagebedingungen geregelt ist.

Meist wird sie als Promillesatz des Fondsvermögens berechnet. Hinzu kommt: Alle Umschichtungen des Fondsvermögens verursachen Transaktionskosten (Kosten beim Verkauf der alten Fonds-Positionen und beim Kauf der neuen Fonds-Positionen).

Die zuletzt genannten Kosten werden Sie jedoch kaum spüren. Es gibt zwei „echte“ Kostenblöcke: Die jährliche Managementgebühr und der Ausgabeaufschlag. Doch den größten Kostenblock (den Ausgabeaufschlag) können Sie fast vollständig vermeiden. Dazu gibt es die beiden folgenden Möglichkeiten:

Spar-Möglichkeit 1: Sie erwerben Ihre Fondsanteile direkt über die Börse

Sie können den Ausgabeaufschlag bei vielen Fonds vermeiden, indem Sie (bzw. Ihre Depot-Bank) die Fondsanteile nicht über die Investmentgesellschaft (KAG), sondern über die Börse erwerben.

Sie müssen Ihrer Depot-Bank nur mitteilen, dass Sie den Fonds über die Börse kaufen möchten, oder – wenn Sie einen Online-Broker nutzen – den oft voreingestellten Handelsweg „KAG“ (= Fondsgesellschaft) durch den gewünschten Börsenplatz (z. B. Hamburg, Frankfurt, Stuttgart etc.) ersetzen.

Im Ergebnis entfällt der Ausgabeaufschlag und Sie zahlen nur den sogenannten Spread – also die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis (entsteht beim Kauf über die Börse und liegt oft bei unter 1%). Der Fondskauf ist dann genau so einfach und günstig wie der Aktienkauf.

Ein wichtiger Hinweis noch an dieser Stelle, da es mehrfach Nachfragen gab: Fondsanteile direkt über die Börse zu kaufen bedeutet nicht, bei der Börse in Stuttgart oder in Frankfurt anzurufen und dort Fondsanteile zu kaufen, sondern die Fondsanteile über einen Online-Broker oder über Ihre Hausbank an der Börse und nicht über eine Kapitalanlagegesellschaft zu erwerben.

Es soll vorkommen, dass die Berater der Hausbanken diese Möglichkeit ausschließen, da ihnen dabei der Ausgabeaufschlag entgeht. In einem solchen Fall sollten Sie dennoch darauf bestehen, die Fondsanteile direkt über die Börse zu kaufen und Ihren Bankberater fragen, ob er Ihnen die Information, dass ein Kauf über die Börse nicht möglich ist, schriftlich gibt. Sie werden sich über die Reaktion des Bankangestellten wundern.

Spar-Möglichkeit 2: Sie erwerben Ihre Fondsanteile über einen sogenannten Fondsdiscounter

Sogenannte Fondsdiscounter bieten offene Investmentfonds mit einem reduzierten oder komplett entfallenden Ausgabeaufschlag an. Sie treten hier zu klassischen Vertriebskanälen von offenen Investmentfonds (meist Filialbanken) über einen günstigeren Preis in Konkurrenz.

Fondsdiscounter finanzieren sich – neben dem zum Teil verbleibenden Ausgabeaufschlag – über einen Anteil an den laufenden Verwaltungskosten des Fonds (also eine Bestandsprovision).

Die Bestandsprovision, die auch beim Erwerb von Fondsanteilen mit Ausgabeaufschlag regelmäßig dem Fondsvermögen entnommen wird, wird von der Fondsgesellschaft an den Vermittler (in diesem Fall den Fondsdiscounter) während der gesamten Investitionsphase ausgezahlt und stellt somit eine Vergütung der laufenden Betreuung des Kunden dar.

Diese Möglichkeit macht aus meiner Sicht speziell dann Sinn, wenn Sie regelmäßig in viele verschiedene Fonds investieren und auch bereit sind, ein extra Fonds-Depot bei einem Fondsdiscounter zu führen.

Neben den beiden gerade vorgestellten Möglichkeiten, den Ausgabeaufschlag ganz oder zumindest größtenteils zu vermeiden, gibt es eine Möglichkeit, den anderen großen Kostenblock im Zusammenhang mit Investmentfonds einzusparen.

Mit Indexfonds (ETFs) können Sie die Managementgebühr drastisch reduzieren

Den bereits angesprochenen zweiten großen Kostenblock stellen die Managementgebühren eines aktiv geführten Investmentfonds dar. Diese können Sie sich zu großen Teilen sparen, indem Sie auf passive – also nicht aktiv gemanagte – Fonds setzen. Passive Fonds – oder auch Indexfonds – werden sehr häufig als ETFs („Exchange Traded Funds“) bezeichnet.

Wichtig ist, dass Sie sich nicht (oder zumindest nicht nur) aus Kostengründen für einen passiven Fonds entscheiden. Sie sollten sich vor allem dann für einen passiven Fonds entscheiden, wenn Sie der Meinung sind, dass Fondsmanager aktiv gemanagter Fonds nicht in der Lage sind, den entsprechenden Markt dauerhaft zu schlagen.

Gibt es jedoch einen Fondsmanager, der in der Lage ist, den Vergleichsindex dauerhaft und deutlich zu schlagen, sollten Sie sich für den von ihm gemanagten Fonds entscheiden, weil dann trotz der anfallenden Managementgebühren am Ende ein größerer Gewinn für Sie steht.
Folgendes noch zum Thema ETFs versus aktiv gemanagte Fonds: Fakt ist, dass viele aktiv geführte bzw. gemanagte Aktienfonds es nicht schaffen, ihren Vergleichsindex (Benchmark) dauerhaft zu schlagen.

Daher werde ich immer wieder gefragt, warum ich auch aktive Fonds empfehle, wenn diese doch a) teurer sind als passive Fonds (ETFs) und b) auch noch schlechter abschneiden als ihre passiven Konkurrenten.

Die Antwort ist ganz einfach: Dass die meisten aktiven Fonds teurer sind als ihre passiven Konkurrenten und zudem unterm Strich auch noch schlechter abschneiden, bedeutet nicht, dass alle aktiven Fonds schlechter sind als passive Fonds (ETFs).

Außerdem zeigen verschiedene Untersuchungen, dass aktiv gemanagte Fonds gerade in schwierigen Börsenzeiten oftmals besser abschneiden als ETFs. Denn: Viele Aktienfondsmanager stellen besonders in diesen Phasen ihr Können unter Beweis und schlagen ihren Vergleichsindex (Benchmark).

Bei europäischen Aktienfonds stieg die Erfolgsquote beispielsweise in den vergangenen Jahren teilweise von einem auf das andere Jahr von 25 auf 70%. Das bedeutet: Während in einem Börsenjahr noch fast 75% der europäischen Fondsmanager es nicht schafften, ihre Benchmark zu schlagen, schnitten im darauffolgenden Jahr nur 30% der Fondsmanager europäischer Fonds schlechter ab als ihre Benchmark.

Daher setzen wir im „Depot-Brief“ mit dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen auch auf einen hervorragend aktiv gemanagten Aktienfonds, der sich auf europäische Titel spezialisiert hat. Zudem setzen wir mit dem Mischfonds Multiple Opportunities von Flossbach von Storch noch auf einen seit Jahren hervorragend gemanagten aktiven Mischfonds.

Wenn Sie jedoch nicht Investment-Profi sind und somit nicht die vergleichsweise geringe Anzahl an sehr gut gemanagten aktiven Fonds identifizieren können, rate ich im Zweifel dazu, den gewünschten Markt mit einem ETF abzudecken.

Fazit: Zumindest der Ausgabeaufschlag ist in den meisten Fällen vermeidbar

Wenn Sie alle Kauf-Daten eingegeben haben und auf „Weiter“ klicken (das wird bei nahezu allen Online-Brokern so der Fall sein), öffnet sich ein neues Feld mit der Zusammenfassung aller Angaben und der Möglichkeit, eine TAN-Nummer einzugeben (auch das wird bei nahezu allen Online-Brokern der Fall sein). Dabei wird Ihnen auch mitgeteilt, welche TAN aus der Liste, die Sie zuvor erhalten haben, zu verwenden ist.

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