Warum Sie Apple nicht abschreiben sollten. Die aktuellen Zahlen des iPhone-Konzerns.

Am gestrigen Mittwoch hat die Aktie des Technologie-Riesen Apple zwar nur um mickrige 0,03% auf 174,24 US-Dollar zulegen können. Das reichte jedoch, um die direkten Konkurrenten in Sachen Börsenwert wieder zu überholen.

Weil zeitgleich Microsoft und Amazon an der Börse etwas schwächelten, konnte sich Apple mit einem Börsenwert von 821,59 Mrd. US-Dollar gestern per Handelsschluss an der Wall Street wieder die Krone des teuersten börsennotierten Unternehmens weltweit aufsetzen.

Microsoft kam gestern per Börsenschluss auf einen Wert von 813,48 Mrd. US-Dollar und Amazon auf 805,70 Mrd. US-Dollar. Zuletzt war Apple immer wieder in die Kritik geraten und wurde von einigen Analysten und Investoren bereits abgeschrieben. Die Zahlen, die das Unternehmen kürzlich vorgelegt hat, zeichnen aus meiner Sicht ein anderes Bild.

Apple mit soliden Quartalszahlen

Der Nettogewinn sank im zurückliegenden Quartal nur ganz leicht von 20,07 auf 19,97 Mrd. US-Dollar. Da Apple die eigenen Wachstumsgrenzen kennt, hat das Unternehmen frühzeitig reagiert und kauft regelmäßig eigene Aktien zurück und vernichtet diese anschließend.

Daher muss der Gewinn und auch die Dividendensumme auf immer weniger Aktien verteilt werden. Der positive Effekt: Der Gewinn je Aktie stieg im 1. Quartal sogar von 3,89 auf 4,18 US-Dollar.

Ebenfalls positiv: Apple konnte einen neuen Allzeitrekord melden: Aktuell sind weltweit 1,4 Mrd. Apple-Geräte im Einsatz. Warum ist das so wichtig? Mit diesen Geräten können die Apple-Kunden die umfangreichen Dienstleistungen von Apple nutzen (Apple Musik, Apple Pay, App Store etc.).

Natürlich war Apple gestern das Top-Thema an der Wall Street. Die Senkung der Umsatzprognose setzte die Aktie wie zu erwarten massiv unter Druck und belastete natürlich auch den Gesamtmarkt. Schnell… 

Und diese Sparte wuchs im vergangenen Quartal um 19% auf 10,9 Mrd. US-Dollar. Das ist die neue Gelddruckmaschine von Apple! Kommt Apple im Gesamtkonzern auf eine Bruttogewinnmarge von 38%, liegt diese Gewinnmarge im Servicegeschäft bei 63%.

Erst verdient Apple am Hardware-Verkauf und dann noch viel mehr an den Dienstleistungen, die mit der Hardware genutzt werden können. Die Probleme, die Apple zuletzt ohne Zweifel hatte, sind lösbar: Das China-Geschäft ist eingebrochen, weil es eine Art Käuferstreik in China gab.

Einigen sich die USA und China im Handelsstreit, wird sich diese Umsatzbremse wieder lösen. Hausgemacht war dagegen ein Problem beim Verkaufsschlager iPhone. Hier hat Apple die Preisschraube zu sehr nach oben gedreht.

Der Apple-Chef hat jedoch angekündigt, bei den Preisen zukünftig je nach Land flexibler reagieren zu wollen. Apple will stärker darauf schauen, welcher Preis in einzelnen Ländern gut durchsetzbar ist.

Value-Titel statt Wachstumswert

Fazit: Apple ist und bleibt ein hervorragendes Unternehmen. Nur eben kein Wachstumswert mehr. Dafür ist die Apple-Aktie seit einiger Zeit ein sehr schöner Value-Titel.

Das sieht auch Investment-Legende Warren Buffett so. Er hat in den vergangenen Jahren viele Milliarden Dollar in Apple-Aktien investiert. Daher ist es aus meiner Sicht keine schlechte Idee, ebenfalls auf Apple zu setzen.

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