Das Spezialchemie-Unternehmen H&R setzt auf Wasserstoff und profitiert damit von einer Verbreitung der Brennstoffzellen-Technologie.

In den vergangenen beiden Wochen habe ich Ihnen hier im Schlussgong über das Thema Wasserstoff berichtet und Ihnen in dem Zusammenhang mit Voestalpine und ElringKlinger zwei Unternehmen vorgestellt, die in einzelnen Sparten auf Wasserstoff setzen und von der Verbreitung der Wasserstoff-Technologie profitieren werden.

Heute möchte ich Ihnen ein weiteres Unternehmen vorstellen, das unter anderem in diesem Bereich tätig ist. Sie sehen schon: Ich stelle Ihnen keine Unternehmen vor, die ausschließlich auf Wasserstoff setzen; und das aus gutem Grund. Denn ich bin zwar überzeugt von dieser Technologie, doch ich plädiere stets auch für Risikostreuung.

Das Unternehmen, das ich Ihnen heute vorstelle, ist der deutsche Mittelständler H&R. Es handelt sich dabei um ein klassisches Familienunternehmen. Bevor ich mich H&R widme, möchte ich noch einmal ein beeindruckendes Zitat wiederholen, das ich Ihnen bereits vor zwei Wochen präsentiert habe.

„Das Wasser ist die Kohle der Zukunft. Die Energie von morgen ist Wasser, das durch elektrischen Strom zerlegt worden ist. Die so zerlegten Elemente des Wassers, Wasserstoff und Sauerstoff, werden auf unabsehbare Zeit hinaus die Energieversorgung der Erde sichern.“

Das schrieb der bekannte französische Schriftsteller Jules Verne bereits im Jahr 1875 (!) in seinem Buch „Die geheimnisvolle Insel“. Daran sehen Sie, dass es sich beim Thema Wasserstoff bzw. der Brennstoffzelle keineswegs um ein neues Thema oder ein Modethema handelt. Nun aber zu H&R.

H&R setzt auf Wasserstoff und Spezialchemie

Das deutsche Spezialchemie-Unternehmen H&R notiert derzeit recht deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch. Dabei hatte das Unternehmen zuletzt wieder einmal gute bis solide Zahlen vorgelegt.

H&R  hat im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 23,7 Mio. Euro erzielt. Der Umsatz des Spezialchemie-Unternehmens, das auch im Bereich Wasserstoff unterwegs ist, stieg von 267,4 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf 270,9 Mio. Euro.

H&R eröffnet große Wasserstoff-Anlage

Besonders spannend an H&R ist, dass das Unternehmen auch im Bereich Wasserstoff tätig ist. Wasserstoff könnte die Antwort auf die Probleme sein, die zahlreiche deutsche Städte mit zu hohen Stickoxid-Werten haben.

Denn Autos, die mit Wasserstoff betrieben werden, scheiden kaum Abgase aus. Aus dem Auspuff dieser Fahrzeuge kommt, leicht vereinfacht gesagt, lediglich Wasserdampf. Und dieser ist unschädlich.

Zudem haben Fahrzeuge, die mit Wasserstoff betrieben werden, im Gegensatz zu batteriebetriebenen Fahrzeugen keine Reichweitenprobleme. Hier sind ohne größere Anstrengungen locker Reichweiten von 600 km und mehr möglich.

H&R hat im November des vergangenen Jahres in Hamburg-Neuhof die weltgrößte regelflexible Elektrolyse-Wasserstoff-Anlage eingeweiht. Angesichts der zuletzt soliden Zahlen, einer vergleichsweise niedrigen Bewertung und den guten Perspektiven des Unternehmens sehe ich für die H&R-Aktie mittelfristig durchaus Potenzial nach oben.

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2018-07-10T19:36:11+00:00 Kategorien: Beiträge, Morriens Schlussgong, Rolf Morrien|