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Das sind die Dividenden-Champions 2019

Für langfristig denkende Privatanleger können sie sich als besonders wertvoll erweisen: Unternehmen mit stabiler oder steigender Dividende.

Rücklagen aufbauen…

…für die Kinder oder das Eigenheim, die Rente aufbessern oder Schritt für Schritt ein kleines Vermögen sichern – die Gründe, in Aktien zu investieren, sind vielfältig. Dennoch ist diese Form der Geldanlage vielen Deutschen nach wie vor nicht geheuer. Im internationalen Vergleich sind deutsche Anleger eher konservativ, vertrauen ihr Geld häufiger Sparplänen bei Banken an und haben damit spätestens seit der globalen Finanzkrise vor zehn Jahren das Nachsehen.

Die darauf folgende und weiterhin anhaltende Niedrigzinsphase ließ Sparvermögen in sich zusammenschmelzen und animierte zur Schuldenaufnahme. Der parallele Boom an den Aktienmärkten ging an den meisten deutschen Sparern jedoch vorbei. Dabei gibt es simple Strategien, die Risiken vergleichsweise überschaubar zu halten und mittel- bis langfristig eine ordentliche Rendite zu erwirtschaften.

Den Sprung vom Tellerwäscher zum Millionär schaffen am Parkett zwar nur die wenigsten, doch wer strategisch klug investiert und dabei besonnen agiert, steht unterm Strich oftmals gut da.

Dax 30 – ein Gewinner-Index

So war das Börsenjahr 2018 zwar insgesamt eher zum Abhaken und Vergessen – zahlreiche Aktien sowie die meisten großen Indizes gerieten unter Druck und dies insbesondere in der zweiten Jahreshälfte, die geprägt war vom Handelsstreit zwischen China und den USA. Diese Gemengelage trug maßgeblich dazu bei, dass der Dax nach den von Finanz- und Eurokrise dominierten Jahren 2008 und 2011 sein drittes Verlustjahr der letzten 15 Jahre einfuhr.

Diese Statistik zeigt aber auch: Mit den im Dax gelisteten 30 Top-Werten der deutschen Wirtschaft fahren Anleger weit häufiger Gewinne als Verluste ein, zumindest wenn sie den Frankfurter Leitindex als Nachbildung in ihrem Depot führen, beispielsweise in Form eines Indexfonds. Wer hingegen auf Einzelwerte setzt, sollte sich vorab gut informieren, etwa über die aktuelle Lage der Branche insgesamt sowie die wesentlichen Kennzahlen des individuellen Unternehmens.

Kurzfristige Spekulationsgeschäfte besser Profis überlassen

Bei der Suche nach der geeigneten Anlagestrategie empfiehlt es sich, einige grundlegende Regeln zu beachten. Grundsätzlich gilt: Kurzfristige Spekulationsgeschäfte können zwar vergleichsweise hohe Gewinne abwerfen, sind zugleich aber auch mit wesentlich höheren Risiken behaftet. Diesen Weg sollten Privatanleger nur wählen, wenn sie sich sowohl im Börsenmetier als auch in der Branche, in die sie investieren möchten, gut auskennen und gegebenenfalls größere Verluste verschmerzen können.

Für die meisten Privatanleger empfiehlt es sich hingegen, längerfristig in Jahren bis Jahrzehnten zu denken, eine grundlegende Strategie zu entwickeln und das eigene Portfolio bei Bedarf immer wieder nachzujustieren.

Dividendenaktien als langfristiger Gewinngarant

Während der Dax 30 als solcher häufig als recht solider Gewinngarant gilt, gibt es darüber hinaus weitere Parameter, die aus Anlegersicht bei der Depotplanung bedeutsam sein können. So gibt es beispielsweise im Dax – aber nicht nur dort – etliche Unternehmen, die zwar nicht unbedingt durch allzu ausschlagkräftige Aktienkursverläufe auffallen, dafür aber durch eine langfristig stabile oder sogar steigende Dividende.

Über die Dividende werden Anleger an den Gewinnen der Unternehmen beteiligt. Die in den wichtigsten deutschen Indizes Dax, MDax und TecDax gelisteten Unternehmen weisen eine Ausschüttungsquote von etwa 42 Prozent auf. Dies mag auf den ersten Blick im internationalen Vergleich zwar recht mager erscheinen, dafür gelten deutsche Unternehmen jedoch als verlässliche Dividendenzahler. Anleger können sich in der Regel sicher sein, über die Ausschüttung am Unternehmenserfolg beteiligt zu werden.

Dividendenrekord 2019 prognostiziert

So unsicher die politische und auch wirtschaftliche Großwetterlage kurz vor dem Brexit sich auch darstellt – zumindest in Sachen Dividende ist die Welt auch im neuen Jahr in Ordnung. Nach Einschätzungen von Analysten werden alle 30 im Dax gelisteten Unternehmen im Jahr 2019 eine Dividende ausschütten. Bei den meisten davon rechnen die Beobachter zudem mit einer Steigerung der Ausschüttung im Vergleich zum Vorjahr.

Derzeit gehen Analysten bei Linde, Munich Re, ThyssenKrupp, Beiersdorf, der Deutschen Bank sowie der Deutschen Post von einer Dividende auf Vorjahresniveau aus – bei den übrigen 24 der Dax 30 wird eine Erhöhung erwartet.

Besonders üppig dürfte das relative Plus bei den Energiekonzernen RWE und Eon ausfallen. Hier erwarten Experten eine Anhebung um gut 40 Prozent. Demnach dürfte die Ausschüttung bei RWE von 50 auf 70 Cent je Aktie steigen, bei Konkurrent Eon von 30 auf 43 Cent. Ein im Verhältnis zum Vorjahr zweistelliges Plus bei der Dividende sehen die Beobachter zudem bei Fresenius, Lufthansa, Infineon und Dax-Neuling Wirecard voraus.

Zusammengenommen werden die 110 HDax-Konzerne, also jene Unternehmen, die in Dax, MDax und TecDax gelistet sind, den Schätzungen zufolge insgesamt rund 51,6 Milliarden Euro für das Geschäftsjahr 2018 an ihre Anleger ausschütten – und damit einen neuen Dividendenrekord markieren.

Aus Anlegersicht sind das hervorragende Nachrichten, denn die Experten haben neben warmen Worten für Dividendenaktien auch einige Warnungen im Gepäck. Demnach dürfte das Börsenjahr 2019 ähnlich turbulent verlaufen wie das vorangegangene.

Handelsstreit noch nicht vom Tisch

Die alles überlagernden Themen, insbesondere in der ersten Jahreshälfte, sind dieselben wie schon 2018: Einerseits der anstehende Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, dessen Rahmenbedingungen noch immer nicht geklärt sind, und andererseits der Handelskonflikt zwischen China und den USA, in dem auch nach monatelangen Verhandlungen noch keine tragfähige Einigung erzielt werden konnte.

Zwar gab es zuletzt Annäherungen und entsprechend hoffnungsvolle Bewegungen an den Börsen weltweit: Bei einem Gipfeltreffen Ende März könnten US-Präsident Donald Trump und Chinas Regierungschef Xi Jinping ein Abkommen unterzeichnen, das die wechselseitigen Strafzölle entweder sukzessive reduzieren oder auch gänzlich aufheben könnte. Doch solange die Unterschriften also nicht gesetzt sind, ist auch das Thema Handelsstreit noch nicht vom Tisch.

Konjunkturflaute (auch) wegen Spannungen zwischen Washington und Peking

Die Auswirkungen des seit Frühjahr 2018 andauernden Streits zwischen Washington und Peking waren bereits in den vergangenen Monaten deutlich zu spüren. Von einer Konjunktureintrübung in China gingen entsprechende Wellen um den Globus, für das laufende Jahr rechnen Experten inzwischen mit einem spürbar geringeren Wirtschaftswachstum als noch vor wenigen Monaten.

Deutschland als Exportland bekommt die Unruhen besonders heftig zu spüren. So rechnet die Bundesregierung für 2019 noch mit einem Wirtschaftswachstum von 1 Prozent nach 1,4 Prozent im Vorjahr. Die OECD gab sich zuletzt pessimistischer: In ihrer jüngsten Prognose rechnet die Organisation der größten Industrienationen für Deutschland lediglich noch mit einem Plus von 0,7 Prozent, nachdem sie zuvor noch von 1,6 Prozent ausgegangen war.

Kassiert London den Brexit in letzter Sekunde?

Auch die andere politische Großbaustelle, der bevorstehende Brexit, hält bislang mehr Fragezeichen als Lösungsansätze parat und lässt Unternehmen wie Anleger weitgehend ratlos zurück. Zuletzt gab es in London die Tendenz, den Austrittstermin zu verschieben. Dies wäre – mit Zustimmung der übrigen 27 EU-Staaten – grundsätzlich möglich, würde aber das Problem wohl lediglich vertagen anstatt es zu lösen.

Bereits im Dezember hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, Großbritannien könne vom Brexit auch noch gänzlich zurücktreten, und das praktisch im Alleingang und ohne allzu große Hürden. In London jedoch besteht bislang kein Interesse an einem „Exit vom Brexit“, die Situation bleibt verfahren.

Verunsicherung auf dem Parkett macht sichere Anlageformen attraktiver

An den Börsen herrscht dementsprechend angespannte Stimmung, kurzfristige hoffnungsvolle Höhenflüge können jederzeit abrupt beendet und in Tiefschläge verkehrt werden. Für die Entwicklung der Aktienkurse bedeutet das in aller Regel: wie gewonnen, so zerronnen. Ein Grund mehr also für Anleger, sich stärker auf Dividenden als auf kurzfristige Aktienbewegungen zu fokussieren.

Durch die Ausschüttungen lassen sich kursbedingte Verluste abfedern. Zudem schaffen die Ausschüttungen Sicherheit durch ein gewisses finanzielles Polster – gerade für langfristig und konservativ orientierte Anleger ein wichtiges Kriterium.

Relevante Faktoren bei der Bewertung von Dividendenaktien sind neben der Ausschüttungsquote weitere Kennzahlen wie die Dividendenrendite, also das Verhältnis zwischen Aktienkurs und Dividende. Zudem sind sogenannte Dividendenaristokraten bei Investoren besonders begehrt. Dabei handelt es sich um Unternehmen, die in mindestens 25 aufeinanderfolgenden Jahren ihre Dividende erhöht haben.

Langjährige Dividendenkönige

Die meisten dieser Unternehmen finden sich in den USA. Zu ihnen zählen bekannte Marken wie Walmart, McDonald’s, Procter & Gamble oder Coca Cola. Doch auch in Europa gibt es einige Firmen, die ihre Anleger seit mindestens einer Dekade mit jährlich steigenden Ausschüttungen erfreuen.

In Deutschland schafften dies der Gesundheitskonzern Fresenius, dessen eigenständig an der Börse gehandelte Tochter Fresenius Medical Care sowie der Schmiermittelhersteller Fuchs Petrolub. Bei den europäischen Nachbarn finden sich der französische Kosmetikkonzern L’Oreal, der Schweizer Nahrungsmittelhersteller Lindt & Spruengli sowie die Pharmafirmen Novo Nordisk, Roche und Sanofi unter den Top-Dividendenzahlern. Als langfristig verlässliche Dividendenperlen gelten zudem Firmen wie der Ölkonzern Royal Dutch Shell, die Großbanken BNP Paribas und HSBC, die Versicherungskonzerne Axa und Allianz und der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestle.

Viele der genannten Unternehmen können nicht unbedingt mit spektakulären Kursentwicklungen ihrer Aktien aufwarten, gelten jedoch aufgrund ihrer langfristig zuverlässigen Dividendenpolitik als solide Anlagewerte für langfristig orientierte Anleger.

Aktien als private Altersvorsorge immer wichtiger

Gerade die Langfrist-Geldanlage lohnt sich derzeit für Jung und Alt: In Zeiten, da der Wohnraum in Ballungsgebieten immer knapper, begehrter und somit teurer wird, zieht es immer mehr Menschen in die eigenen vier Wände. Hierzu bedarf es in aller Regel eines gewissen Eigenkapitalpolsters, das sich über klug gewählte Anlagestrategien frühzeitig erwirtschaften lässt.

Doch auch ein späterer Einstieg kann sich noch lohnen, beispielsweise um private Rücklagen zu bilden für die Altersvorsorge. Letzteres gewinnt seit Jahren an Bedeutung, immerhin kommt die Babyboomer-Generation allmählich ins Rentenalter, wodurch die Zahl der Beitragszahler schrumpft, während gleichzeitig der Anteil der Rentenbezieher deutlich ansteigt.

Eine adäquate Antwort auf den seit Jahren thematisierten demografischen Wandel hat die deutsche Rentenpolitik bislang nicht formuliert. Eine grundlegende und langfristig tragfähige Systemreform traut sich derzeit offenbar keine der im Parlament vertretenen Parteien zu, stattdessen wird an kleineren Stellschrauben gedreht, um das ein oder andere Wahlversprechen zu realisieren.

Von Mütterrente, Respektrente oder Lebensleistungsrente war immer wieder zu lesen, doch dem Großteil der Ruheständler nutzen die Reformen wenig. Stattdessen gewinnt die private Altersvorsorge massiv an Bedeutung – und gerade hier kann sich die langfristige Kapitalanlage in Aktien auszahlen, im wahrsten Sinne des Wortes.

Diversifizierung schützt vor Ausfallrisiken

Neben der Berücksichtigung dividendenstarker Aktien empfiehlt es sich dabei, das eigene Portfolio nicht zu stark zu konzentrieren, sondern über eine breite Streuung spezifische Risiken abzufedern. Eine Mischung aus Aktien, Indexfonds und Rohstoffen beispielsweise sorgt für eine Balance, bei der einzelne Anlageklassen etwaige Verluste einer anderen abfedern können. Geraten die Aktienmärkte unter Druck, steigt parallel beispielsweise oftmals der Goldpreis und umgekehrt.

Auch kann es sich lohnen, in branchenspezifische Beteiligungsgesellschaften zu investieren anstatt auf hochriskante Einzelwerte oder Nischenfirmen zu setzen. Die Beteiligungsgesellschaften verfügen in aller Regel ihrerseits über ein sorgfältig ausgewähltes und von Branchenkennern zusammengestelltes Portfolio, wodurch wiederum Chancen genutzt und zugleich Risiken abgemildert werden können.

Oftmals lohnt sich auch der Blick in die sogenannte zweite Reihe. Immer wieder glänzen MDax oder TecDax, indem sie in ihrer Jahresbilanz den Dax überholen. Dies trifft insbesondere bei branchenspezifischen Höhenflügen zu – oder wenn der Dax aufgrund internationaler Turbulenzen stärker in Mitleidenschaft gezogen wird als die kleineren Werte.

Eine horizontale und vertikale Diversifizierung des eigenen Anlagedepots hilft Privatanlegern dabei, langfristig erfolgreich zu investieren und Gewinne bei verhältnismäßig überschaubarem Risiko zu realisieren.

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