DAX-Schwergewicht BASF setzt auf 3D-Druck - Investor-Prämien

Wie und warum BASF auf 3D-Druck setzt, was ich davon halte und wie ich die BASF-Aktie aktuell einschätze.

Gestern habe ich Ihnen hier im „Schlussgong“ von den jüngsten Zahlen des DAX-Konzerns BASF berichtet. Heute möchte ich auf ein Thema eingehen, das bislang im Zahlenwerk von BASF zwar noch keine allzu große Rolle spielt, von dem das Unternehmen zukünftig jedoch vermehrt profitieren wird.

Es handelt sich dabei um den 3D-Druck. Nicht nur in der Industrie wird der 3D-Druck zukünftig eine immer wichtigere Rolle spielen, sondern auch in der Medizin. So ist es heute bereits möglich, Organe mittels 3D-Druck-Technologie herzustellen.

Darüber hinaus hat BASF vor einiger Zeit zusammen mit Essentium eine 3D-gedruckte Beinprothese entwickelt. Diese soll durch den Einsatz von Druckmaterial mit Carbonfasern höchsten Beanspruchungen standhalten.

Die Prothese soll die mechanisch stabilste 3D gedruckte Beinprothese auf dem Markt sein. BASF liefert im Wesentlichen das besondere Material (mit Carbonfasern verstärktes Ultramid), das dafür nötig ist. Warum aber hilft BASF dabei, Beinprothesen via 3D-Druck herzustellen und was ist der Vorteil von Beinprothesen aus dem 3D-Drucker?

Der Vorteil liegt auf der Hand: Zusammen mit 3D-Scans können perfekt angepasste Prothesen für jeden Patienten hergestellt werden. Die aufwendige, sehr langsame und daher sehr teure händische Bearbeitung entfällt größtenteils.

Trotz der Eurokrise zeigt sich der Chemiekonzern optimistisch für das Europageschäft. 

Dadurch sollen die Kosten für Prothesen langfristig deutlich sinken. Den so entstehenden Markt wollen BASF und Essentium mit dem Unternehmen Trifusion Devices abdecken.

BASF stellt zusammen mit Reebok Schuhe mittels 3D-Druck her

Mehrere große Schuhhersteller haben sich in den vergangenen Jahren dem 3D-Druck zugewandt. So hat der Schuhhersteller Reebok den sogenannten Liquid Speed-Schuh auf den Markt gebracht, der mit einer von BASF entwickelten Flüssigkeit einen Rahmen direkt auf den Schuh zieht. Dies ermöglicht eine engere Passform und ermöglicht zudem ein innovatives Design.

Auf längere Sicht aber noch wichtiger: Dadurch werden die Produktionskosten gesenkt, da Prozesse vereinfacht werden und mehr Automatisierung möglich ist. Da die Zusammenarbeit zwischen BASF und Reebok in der Vergangenheit offenbar gut funktionierte, arbeiten beide nun zusammen an neuen Schuhmodellen.

Meine Einschätzung zur BASF-Aktie

Abschließend möchte ich Ihnen noch eine aktuelle Einschätzung zur BASF-Aktie mit auf den Weg geben. Wie Sie heute erfahren haben, ist BASF in einem aus meiner Sicht wichtigen Zukunftsmarkt – dem 3D-Druck – tätig und damit nicht nur ein „langweiliges“ Chemieunternehmen. Aber auch das bisherige Stammgeschäft des Unternehmens wird zukünftig zu weiterem Umsatz- und Ergebniswachstum führen.

Darüber hinaus werden die Veränderungen in der Öl- und Gassparte und die Zukäufe von Bayer (darüber habe ich gestern berichtet) dem Unternehmen und damit auch der BASF-Aktie helfen. Es ist daher aus meiner Sicht nur eine Frage der Zeit, bis wir dreistellige Kurse sehen werden (bislang gelang nie der Sprung über die 100-Euro-Marke). Zusätzlich gibt es jedes Jahr eine attraktive Dividende.

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2018-08-07T20:06:16+00:00Beiträge, Morriens Schlussgong, Rolf Morrien|