Von Thomas Schwarzer 12. Februar 2018

Jahrelang sind die Immobilienpreise in Deutschland gestiegen. Wer vor zehn Jahren eine Wohnung oder ein Haus gekauft hat, sitzt zum Teil auf hohen Wertsteigerungen und kann sich glücklich schätzen. Damit ist jetzt aber Schluss. Die Zinsen ziehen an. Auch bei Immobilienfinanzierungen. Die Blase droht zu platzen. In vielen Regionen sind die Preise zu stark gestiegen. Haben Niveaus erreicht, die jenseits von Gut und Böse sind. Der Boommarkt befindet sich somit im Endstadium.

Branche selbst spricht von Preisblasen

Bislang waren es vor allem die Immobilienpreise in den Großstädten wie München, Stuttgart, Frankfurt, Hamburg oder zuletzt auch Berlin die besonders stark gestiegen sind. Mittlerweile hat der Immobilienboom aber die breite Front erreicht. Auch in mittelgroßen und kleineren Städten sind die Preise im vergangenen Jahr kräftig gestiegen.

So warnte selbst die Immobilienbranche vor einiger Zeit vor Übertreibungen und Rückschlägen. Eine Branche, die bis dato vom Boom profitiert hat. Sie sieht zunehmende Risiken. Die Entwicklung in einigen Städten sei nicht mehr nachhaltig. Mit anderen Worten: es gibt eine Blase.

Preise für Investoren zunehmend uninteressant

Das Verhältnis von Kaufpreis zu Mieteinnahmen passt in vielen Regionen nicht mehr. Durch den hohen Kaufpreis stimmen die Renditen für Investoren nicht mehr. Die Kosten sind zu hoch für die Einnahmen. Bei vielen Kaufpreisen wird vorausgesetzt, dass die Mieten in den nächsten 20 Jahren deutlich steigen. Das verhindert aber alleine schon die Mietpreisbremse. In vielen Städten ist es mittlerweile besser zu mieten, als zu kaufen. Das haben Studien ergeben.

Auch für selbst genutzte Immobilien sind die Preise vielerorts zu stark gestiegen. Wohnungen und Häuser lassen sich trotz der niedrigen Zinsen oft kaum noch finanzieren. Die Raten sind schwer zu schultern. Probleme werden auch diejenigen bekommen, die in den nächsten Jahren Anschlussfinanzierungen brauchen, und die Zinsen dann höher sind als jetzt.

Ende des Immobilienbooms in Sicht

Keine allzu guten Nachrichten also für alle diejenigen, die darüber nachdenken sich ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen. Der Markt ist zu teuer. Die Preise überhitzt. Vorsicht ist angebracht. Wir befinden uns in der letzten Phase des Immobilienzyklus. Die historisch niedrigen Zinsen haben die Preise in den letzten fünf Jahren extrem ansteigen lassen. Nicht nur in den Metropolen. Es gibt definitiv Preisblasen.

Umfeld für Immobilienkauf ändert sich

Nicht nur deswegen sollte man derzeit aufpassen. Auch die Rahmenbedingungen ändern sich. Die Zinsen steigen. Und dieser Trend wird sich fortsetzen. Die Amerikaner haben vorgelegt. Deutschland wird folgen. Die Zinsen werden in den nächsten ein bis zwei Jahren deutlich anziehen. Immobilienfinanzierungen werden damit deutlich teurer.

Allein dadurch wird die Nachfrage automatisch nachlassen. Gleichzeit ist das Angebot an Immobilien zuletzt deutlich gestiegen, auch wenn es noch immer zu wenig Neubauten gibt. Dennoch könnte plötzlich die Situation eintreten, dass das Angebot an Immobilien größer ist, als die Nachfrage. Was sinkende Preise nach sich ziehen würde.

Vorsicht beim Immokauf

Das alles heißt: Vorsicht beim Immobilienkauf. Die privat genutzte Immobilie ist sicherlich auch weiterhin eine der besten Anlagemöglichkeiten. Aber die Preise sind zu stark gestiegen und die Rahmenbedingungen ändern sich. Der Zug ist in vielen Regionen abgefahren. Ein Aufspringen könnte schmerzhaft werden.

Nichts überstürzen

Nichtsdestotrotz gibt immer noch gute und bezahlbare Immobilien. Bei denen Wertsteigerungen zu erzielen sind. Man muss Sie aber suchen. Auch wenn es länger dauert. Geduld und die passende Finanzierung sind deshalb ganz besonders wichtig.

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2018-02-12T11:48:27+00:00 Kategorien: Beiträge, Oxford Club aktuell, Thomas Schwarzer|